Projekt Pfotenfreunde
soziales Projekt der Nachbarschaftshilfe ohne Grenzen e.V. IG

Tierschutz und Züchter

"Als Hundetrainerin bin ich selbstverständlich dem Tierschutz verpflichtet.

Zu denn vielen Facetten des Tierschutz gehört auch, woher man seinen Hund holt.

Die beste Anlaufstelle aus Tierschutzsicht ist sicherlich ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation.
Aber auch ein seriöser Züchter betreibt Tierschutz!

Leider gibt es viele sogenannte Tierschützer, die gegen Züchter wettern. Meist tun sie dies aus Unwissenheit oder wegen eigener schlechter Erfahrungen.

Natürlich gibt es bei Züchtern auch schwarze Schafe, sowie es sie auch bei Tierheimen und Tierschutzorganisationen und auch bei Hundetrainern gibt. Doch ein seriöser Züchter züchtet nicht übermäßig, untersucht seine Hunde auf Erbkrankheiten, trägt zum Rasseerhalt und der Verbesserung bei und bildet sich regelmäßig fort um den Welpen die optimale Aufzucht zu bieten. Und das alles zum Selbstkostenpreis.

Wer dem Tierschutz wirklich schadet sind Massenvermehrer und Privatvermehrer.

Massenvermehrer gibt es häufig im Ausland, sie besitzen sogenannte Puppy Mills, zu deutsch Welpenfarmen. Dort werden vermeintliche oder auch echte Rassehunde in engen und dreckigen Käfigen gehalten, die Hündinnen werden bei jeder Läufigkeit gedeckt. Inzucht ist an der Tagesordnung. Die Futter- und Wasserversorgung ist mangelhaft, Tierärzte sehen diese Hunde nie. Wird einer krank, dann wird er erschlagen oder stirbt qualvoll im Käfig. Die Welpen werden viel zu früh von der Mutter getrennt und in Kisten auf Märkte und nach Deutschland gebracht. Hier werden sie häufig auf Autobahnraststätten angeboten oder übergeben, aber auch teilweise in Komplizenfamilien gesteckt, die eine vermeintlich gesunde Hündin der gleichen Rasse besitzen, die sie als Mutter ausgeben. Oft haben diese Welpen auch gefälschte Papiere, nicht nur Impfausweise sondern auch Stammbäume.
Selbst vor dem Deckmantel des Auslandstierschutzes machen diese Verbrecher nicht halt.

Privatvermehrer sind Leute, die ohne Sinn und Verstand Züchter spielen wollen, "nur einmal Welpen" haben wollen oder nicht genug Verantwortungsbewusstsein besitzen, ihre läufige Hündin von potenten Rüden fernzuhalten oder zu kastrieren.
Das schlimme an den Privatvermehrern ist ihre große und leider steigende Anzahl. Unterstützt von Leuten, die günstig Rassewelpen haben wollen oder lieber einen "gesunden Mischling" oder einen Modemix, wird der Markt für solche "schwarz produzierten" Welpen immer größer.
Dabei gibt es diejeniegen, die ihre Welpen ungeimpft und ungechipt für einen kleinen Preis verkaufen, diejenigen die impfen und chippen und einen kleinen Preisrahmen haben (250-450 Euro) und diejenigen die die das große Geld wittern und angeblich reinrassige Hunde ohne Papiere oder Modemixe für 500-1000 Euro verkaufen. Jeder dieser Menschen verdient ein Heidengeld an den Welpen.
Hierzu ein Rechenbeispiel:
Man lasse die eigene Hündin vom eigenen Rüden, dem einer Freundin oder des Nachbarn decken...
Decktaxe = 0 Euro
Die Hündin wird (evt) einmal per Ultraschall untersucht...
Kosten = 40 Euro
Eine Wurfkiste wird aus einem alten Kinderbett oder selbst gebaut (wenn überhaupt vorhanden)...
Kosten = 20 Euro
Die Welpen sind da, die Mutter macht das schon....
Kosten = 0 Euro
Entwurmen, Impfen und Chippen für durchschnittliche 8 Welpen...
Kosten = 550 Euro

Welpen werden den Käufern übergeben, Zubehör gibt es keines, Durchschnittpreis 350 Euro pro Welpe...
Einnahmen = 2800 Euro

Steuern dank nicht angemeldeter Zucht = 0 Euro

Macht ein Plus von 2190 Euro!

Bei einem Durchschnittpreis von 800 Euro bei angeblichen Rassehunden ohne Papiere oder Modemixen kommt man sogar auf ein Plus von 5790 Euro!


Zum Vergleich ein seriöser Züchter:

Den Preis für einen Rassehund lassen wir mal weg, da kommt noch genug....

Vereinsbeitrag, Schulungen für Züchter etc...
Kosten = 200 Euro

Hündin auf Erbkrankheiten wie HD, ED, PL, MDR1 oä untersuchen lassen...
Kosten ca = 1000 Euro

Hündin ausstellen lassen, mindestens 2 mal (muss bei beiden eine gute Wertung bekommen sonst muss man nochmal hin)...
Anfahrt, Anmeldung etc = 400 Euro

Die Hündin ankören lassen...
Kosten = 200 Euro

Einen passenden Deckrüden finden und zweimal innerhalb von 48 Stunden decken lassen...
Anfahrt, Übernachtung und Decktaxe ca = 1000 Euro

Herpesimpfung nach der Deckung...
Kosten = 50 Euro

Ultraschall und Röntgen zum Bestimmen der Anzahl der Welpen...
Kosten = 100 Euro

Professionelle Wurfkiste...
Kosten = 200 Euro

Spezialfutter für die Hündin
Mehrkosten = 200 Euro

Nach der Geburt röntgen um zu schauen ob alle Welpen raus sind...
Kosten = 60 Euro

Wurfabnahme durch den Verein...
Kosten = 100 Euro

Welpenmilch, Welpenaufzuchtfutter etc...
Mehrkosten = 200 Euro

Welpenspielplatz zur optimalen Prägung...
Kosten = 100 Euro

Bis zu 4 mal entwurmen, impfen in der 6. Woche, der 8 .Woche und chippen für 8 Welpen...
Kosten = 700 Euro

Welpenstarterpaket mit Halsband, Leine, Geschirr, Napf, Decke, Spielzeug etc...
400 Euro

Preis pro Welpe:
durchschnittlich 1000 Euro

Steuern an den Staat:...
ca 1000 Euro

Das macht, wenn es so optimal läuft, einen Gewinn von 690 Euro... gut, die 5 Maschinen Wäsche am Tag, den Kaffee und Kuchen für die Welpeninteressenten und die Wellnessbehandlung, die man braucht wenn alles vorbei ist, gehen davon noch ab. Aber so optimal läuft es selten. Häufig muss ein Züchter noch mehrfach zu einer Ausstellung, weil die Hündin mal einen schlechten Tag hatte, die Deckung hat nicht gefruchtet oder es treten Mehrkosten beim Tierarzt auf. Im Grunde läuft seriöse Zucht zum Selbstkostenpreis und ist einfach ein sehr zeit- und kostenintensives Hobby.

Und wenn Ihnen nochmal jemand erzählen will, dass Züchter sich eine goldene Nase verdienen, dann zeigen sie ihm ruhig diese Seite oder erzählen sie ihm wie es wirklich aussieht.